Hydrolysierte Weizenproteine: Chemie der Peptide, Wirkungsort und Rolle bei der Haarkonditionierung

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Die INCI-Bezeichnung «Hydrolyzed Wheat Protein» zählt zu den am weitesten verbreiteten konditionierenden Wirkstoffen in der professionellen Haarkosmetologie. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine chemische Realität, die die meisten Etiketten nicht erläutern: Das Molekulargewicht der Peptide bestimmt vollständig ihren Wirkungsort auf der Faser. Hairswiss analysiert.

Was ist hydrolysiertes Weizenprotein? Chemische Definition

Hydrolysierte Weizenproteine (Hydrolyzed Wheat Protein, INCI) sind Peptide aus saurer, alkalischer oder enzymatischer Hydrolyse des Glutens aus Triticum vulgare. Gluten ist ein Speicherproteinnetzwerk aus hauptsächlich Gliadinen (MW 28–55 kDa) und Gluteninen (MW 80–800 kDa). Die Hydrolyse fragmentiert diese Makromolekule zu Peptiden von MW 300–5.000 Da, je nach Intensität und Art der Hydrolyse.

Die erhaltenen Fraktionen sind reich an Glutamin (Gln, ~35 % der Reste), Prolin (Pro, ~15 %) und hydrophoben Aminosäuren — eine Zusammensetzung, die die Adsorption an Keratin durch Wasserstoffbrückenbindungen (Gln–Gln) und hydrophobe Wechselwirkungen begünstigt.

Das Molekulargewicht bestimmt den Wirkungsort

Leichte Fraktionen (<1.000 Da)

Peptide mit MW unter 1.000 Da (Di-, Tri-, Tetrapeptide, ~3–8 Aminosäuren) können teilweise in den Haarcortex penetrieren über inter-kutikuläre Räume und Diffusionskanäle der angehobenen Kutikula. Sie adsorbieren an inneren Keratinketten und tragen zur Reduktion des intrafibrillären Wasserverlustes bei, was Hydratation und Plastizität der Faser verbessert. Diese Fraktionen sind besonders interessant für hochporöses Haar.

Schwere Fraktionen (1.000–5.000 Da)

Peptide mit MW über 1.000 Da penetrieren den Cortex nicht. Sie adsorbieren an der Kutikulaoberfläche durch elektrostatische Bindungen und Wasserstoffbrücken und bilden einen dünnen Konditionierungsfilm. Dieser Film reduziert den Inter-Faser-Reibungskoeffizienten, füllt kutikuläre Lücken geschädigter Zonen und verbessert den Glanz durch Oberflächenglättung. Ihre Substantivität ist moderat — sie widerstehen dem Ausspülen, werden aber bei wiederholtem Shampoonieren entfernt.

Hydrolyzed Wheat Protein vs. hydrolysiertes Keratin

Beide sind hydrolysierte Proteine, aber ihre Affinität zur Faser unterscheidet sich. Hydrolysiertes Keratin, aus tierischem Keratin gewonnen, teilt eine dem menschlichen Haarkeratin ähnlichere Aminosäurezusammensetzung — insbesondere einen höheren Cysteingehalt (Cys), der Schwefel-Schwefel-Wechselwirkungen mit den Disulfidbrücken der Kutikula ermöglicht. Hydrolysierte Weizenproteine sind hingegen reicher an Glutamin und Prolin und wirken hauptsächlich über Wasserstoffbrücken und nicht-kovalente Wechselwirkungen. Ihre kationisch modifizierten Fraktionen (Hydroxypropyltrimonium Hydrolyzed Wheat Protein) zeigen erhöhte elektrostatische Affinität für die anionische Kutikula.

Professionelle Produkte: Wheat Protein in Formulierungen auf cliCHair

Unter den auf cliCHair.ch verfügbaren Produkten, die hydrolysierte Weizenproteine als identifizierbaren konditionierenden Wirkstoff in der INCI-Liste integrieren, zeichnen sich mehrere Referenzen aus.

Curly Up Shampoo und Curly Up Mask — Edelstein

Die Curly Up-Linie integriert hydrolysierte Weizenproteine in Kombination mit Traubenkernöl und Glycerin. Diese Kombination zielt spezifisch auf lockiges Haar mit hoher differenzieller Porosität: Die Peptide füllen kutikuläre Lücken, die für die ungleichmäßige Wasseraufnahme verantwortlich sind, während Glycerin die Hydratation zwischen den Wäschen aufrechterhält. Profis finden auf cliCHair.ch das Curly Up Shampoo und die Curly Up Mask.

Eco Hairspray — Edelstein

Gasfreier Haarspray mit Weizenprotein in hydro-alkoholischer Basis. Die Peptide lagern sich beim Verdunsten des Lösungsmittels auf der Kutikula ab und ergänzen die filmbildende Wirkung der Harze durch einen leichten Konditionierungseffekt. Das Eco Hairspray ist auf cliCHair.ch erhältlich.

Was Hairswiss feshält

Hydrolysierte Weizenproteine sind nicht alle gleichwertig: Ihr Molekulargewicht bestimmt, ob sie im Cortex wirken (Fraktionen <1.000 Da) oder an der Kutikulaoberfläche (Fraktionen >1.000 Da). Kationisch modifizierte Versionen (Hydroxypropyltrimonium Hydrolyzed Wheat Protein) zeigen durch elektrostatische Anziehung bessere Substantivität. Ohne Angaben zum MW in der INCI-Liste gibt die Position des Inhaltsstoffs in der Liste eine annähernd Konzentrationsindikation — aber keine Auskunft über die verwendete Fraktion.